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Life imitates Art: Deutschland durch elektronische Musik mögen lernen

(Dies ist ein Artikel, den ich größtenteils am 8.8.2014 verfasst, aber zu dessen Veröffentlichung ich mich erst heute entschieden habe.)

388215_310795265609323_301206739_nGestern bin ich aus Ghana zurückgekommen. Was macht man so, wenn man zum ersten Mal seit 11 Monaten wieder so richtig in Deutschland “ankommt”, ohne im Hinterkopf zu haben, dass man das Land ja sowieso bald wieder verlässt? In den Zug steigen, Laugenbaguette mit Salami essen. Kraftwerk anmachen. Nachdenken. Man verspürt einen gewissen Drang, eine harmonische Beziehung zu seiner Umgebung aufzubauen. Also für mich speziell, eine harmonische Beziehung zu Deutschland aufbauen.

Warum ich Deutschland bisher nicht mochte

376239_454639147891600_482806894_nUm ganz ehrlich zu sein, ich mochte Deutschland noch nie so richtig leiden. Die “Seele” Deutschlands war nach dem 2. Weltkrieg zerbrochen. Die Mentalität der Deutschen ist aus meiner Sicht seit dem vor Allem von Bitterkeit geprägt, und der Frage, wie man sich als Volk eine neue Identität geben kann. Bedingt durch die unterschiedliche wirtschaftspolitische Entwicklung sind dabei in Ost- und Westdeutschland verschiedene mehr oder weniger ausstehliche Ideen entstanden.

52560_170562779632573_7748489_oVor allem Westdeutsche aus der Nachkriegsgeneration, haben das s.g. “Wirtschaftswunder” der 1950er bis 1970er Jahre hautnah miterlebt. Sie sind in einem Deutschland aufgewachsen, das von Wohlstand und einem kriegsbedingten Vakuum nationaler Identität geprägt war. Für viele dieser Menschen entwickelte sich damit eine neue nationale Identität, die sowohl den übermäßigen Wohlstand, als auch eine neue, viel subtilere Form von Nationalismus legitimierte: Die Idee eines Volkes mit weit überlegener Arbeitsmoral. Die damit verbundenen Werte -Produktivität, Präzision  und Ernsthaftigkeit- sind sicherlich konstruktiv und sympathisch in dem Sinn, dass sie teilweise eine sich selbst erfüllende Prophezeiung sind. Viele Deutsche fühlen sich tatsächlich wohl, wenn sie sehr produktiv, sehr präzise und sehr ernsthaft sind. Mich eingeschlossen.

10496006_785076991514479_1282326350185411380_oSchade bis gefährlich ist es nur, wenn mit der Erfüllung dieser Werte die Selbstkritik durch eine selbstgerechte, konservative Trägheit ersetzt wird. Das ist der Hauptgrund, warum ich mich bisher in Deutschland nicht wohlgefühlt habe. Das kriege ich jetzt besonders zu spüren, wenn ich bei meinen Erzahlungen über die wirtschaftlichen Probleme Ghanas bei so manchem Gesprächspartner sehen muss, wie er/sie sich ein herablassendes Lächeln im besten Fall noch verkneift.

Die “Quelle allen Übels” ist hier wohl die Idee, dass das deutsche “Wirtschaftswunder” der Nachkriegsjahre und die sukzessive wirtschaftliche Dominanz Deutschlands in Europa und weltweit (Stichwort “Export-Weltmeister”) einer grundlegend überlegenen “Deutschen Arbeitsmoral” entsprungen ist. Hier möchte ich eine Dokumentation empfehlen, die letztes Jahr vom ZDF veröffentlicht wurde: Die Ursprünge des “Mythos vom Wirtschaftswunder” der BRD sind demnach weitaus weniger glanzvoll. Hier eine Kurzfassung:

  1. Überbleibsel von Ingenieuren, Nazi-Managern und Industrieanlagen aus dem 3. Reich waren ein Katalysator für die Industrie.
  2. Eine große Nachfrage nach Industriemaschinen in Folge des Korea-Kriegs beschleunigte den industriellen Aufbau
  3. Der Verzicht kriegsgeschädigter Nationen auf Reparationen (mit Ausnahme von Russland) erlaubte ungestört die fortgesetzte Nutzung eines großen Teiles der industriellen Anlagen.
  4. Und vor Allem: Allierte Propaganda. Diese hat dazu geführt, dass die Deutschen nun Ludwig Erhardt als den visionären Erschaffer der D-Mark und die Amerikaner als die “selbstlosen Gläubiger” im Marshall-Plan verehren.

381878_305364289485754_575050699_nWas das für Implikationen in der Diskussion um die deutsche Schuld in der “Euro-Krise” nach sich zieht, ist sicher auch eine wichtige Frage. Aber die wichtigste Frage für mich ist nun: Wie kann man eine Nation, die von so viel Selbstgerechtheit geprägt ist, mögen lernen? (Vor allem wenn man gerade aus einem Land kommt, dass im wirtschaftlichen Vergleich zu Deutschland definitiv auf der Verliererseite steht.)

Gedankensprung: Kraftwerk und Roman Flügel

Ich denke, die Tatsache dass die Elektro-Musik-Szene in Deutschland so stark geworden ist, hat sehr greifbare Gründe. Die Gründer dieser Szene in der neuen Bundesrepublik waren dazu fähig, die neuen Werte -Produktivität, Präzision und Ernsthaftigkeit- nicht blind als Füllmaterial für das Vakuum der nationalen Identität zu nutzen, sondern in eine vom Nationalismus entledigte, nüchterne Ästhetik als neue Form von Musik umzusetzen.

981859_577608038928043_650572954_oDie wohl berühmteste Gruppe in diesem Zusammenhang ist “Kraftwerk”. Die Band wurde ursprünglich 1970 gegründet unter dem Titel “Organisation zur Verwirklichung gemeinsamer Musikkonzepte”. Laut Wikipedia bezeichnete die New York Times Kraftwerk 1997 als die “Beatles der elektronischen Tanzmusik”. Titel wie “Autobahn”, “Die Roboter”, “Das Modell”, “Radioaktivität” und “Computerwelt” zeichnen ein fast utopisches, von Technokratie geprägtes Lebensbild des Nachkriegsdeutschlands, auch vor allem weil die Original-Texte -und Titel- eben deutsch sind.

Dies ist für mich die politische Dimension elektronischer Musik, im engeren Sinne. Ein wichtiger Katalysator für mich zur Erkenntnis der oben beschriebenen Assoziationen war die Facebook-Seite von Roman Flügel. Dieser postete zur Ankündigung seiner Gigs immer zusätzlich scheinbar zusammenhanglose Fotos aus Deutschland.

 

Abschied aus Ghana

Ghana_Airways_VC-10_AMS_1965-8-1Es sind nun noch gut zwei Wochen bis ich Ghana vorerst das letzte “Yebeshia!” – “We will see each other!” sagen werde. Gerade habe ich für den 7.8. meinen Flug nach Hause gebucht (Dieses Mal mit Moroccan Airlines! Ich habe vertrauen in euch!)

Ich verlasse Ghana mit sehr gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite freue ich mich auf Deutschland. Eines meiner Hauptziele in Ghana war, mir persönlich darüber klar zu werden wer ich bin und was ich will. Dieses Ziel habe ich definitiv erreicht. Die Flut an wichtigen Erfahrungen hier hat viele kleine Steine aus meinem Kopf gespült, und mir die Möglichkeit gegeben, meinen Verstand auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ich habe viele Erkenntnisse über mich Selbst erlangt, und das ist genial!

Auf der anderen Seite steht das Gefühl, nichts zurückgegeben zu haben. Das ist vielleicht ein Kindheitstrauma von mir, dass ich ständig denke mich für Alles revanchieren zu müssen. Aber je näher der Abflugtermin rückt (und jetzt rast er förmlich aus mich zu), desto mehr habe ich das Gefühl versagt zu haben. Durch eigene Fehleinschätzungen, vorschnelle Entscheidungen und unüberlegtes Engagement das materielle Endresultat nicht maximiert zu haben. Ich weiß, dass die Organisation für die ich arbeite jetzt nicht weiter ist als vor einem Jahr. Wir sind nicht viel berühmter oder erfolgreicher geworden. Wir konnten nicht wie erhofft durch das ICT-Projekt in Ghana der Organisation ein wirtschaftliches Standbein außerhalb der Förderung von weltwärts-Freiwilligen verschaffen.

Ein Hauptgrund dafür ist Fehlkommunikation. Ich hatte das Gefühl, dass an mich riesige Erwartungen gestellt wurden, als ich im September letztes Jahr nach Ghana aufgebrochen bin. Dass sich das ICT-Projekt, welches eigentlich das Flaggschiff der Organisation sein sollte, am Abgrund befand, und ich es retten sollte. Deshalb engagierte ich mich nach allen Kräften, wirklich allen. Ich engagierte einen Vertrag der Organisation mit der Lokalverwaltung, damit wir ein lokales Ausbildungszentrum (das “MTN-Center”) für IT-Workshops nutzen konnten. Ich startete ein Kartografie-Projekt zur Kartierung von Komenda und dem umgebenden Distrikt. Ich engagierte mich für die Festanstellung eines Lehrers, der unabhängig von den weltwärts-Freiwilligen in Komenda IT-Kurse anbieten sollte.

Was ich nicht bemerkte war: Ich schuf Lösungen für Probleme die andere nicht sahen. Was mir nicht bewusst war, war wie sehr Probleme im Auge des Betrachters liegen können. In Ghana herrschen andere Ansprüche an Funktion und Leistung. Und das ist verdammt gut so. (Siehe meinen vorigen Blogeintrag!) Manchmal ist weniger mehr.

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Denn nun stehe ich da, und frage mich, was ich denn mit all dem Engagement erreicht habe. Ich habe einen Lehrer für AIM. “rekrutiert”, aus Respekt vor seiner Privatsphäre nenne ich ihn hier nur “S.” S. hat zwar einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Das hatte für ihn aber überhaupt keine Bedeutung. Am Ende fühlte er sich unter Druck gesetzt. Seit er den Arbeitsvertrag unterschrieben hat, habe ich “S.”, der vorher ein guter Freund von mir war, nie wieder gesehen. “S.” war auch der Schlüsselverwalter des MTN-Centers. Dadurch dass er nun auf Distanz geht, nutzt uns unser Vertrag zur Nutzung des MTN-Centers nichts mehr, weil wir nicht an die Schlüssel rankommen. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass dieses Trainingscenter erst dadurch nutzbar geworden ist, dass AIM. der Kommune 300 GHS geliehen hat, damit ein letztes fehlendes Stromkabel dort installiert werden konnte, was Teil des Vertrages war.

Man könnte das alles nun auf S. schieben und sagen, ok, das war ein einzelner Mensch der sich als unzuverlässig herausgestellt hat und zu viele Fäden in der Hand hatte. Das hat nichts damit zutun dass ich mich zu viel engagiert habe. Oder hat es das?

Nun mache ich jedenfalls ICT-Kurse mit 6-8 Leuten im kleinen muffigen 12-m²-AIM-Büro, von denen 4 Leute die Kinder unserer Freiwilligenmentorin sind. So klingt mein Freiwilligendienst aus.

Was nun am Ende zählt sind aber definitiv die Eindrücke und vor Allem Freundschaften die ich mitnehme. Un davon gibt es definitiv jede Menge. Ich hoffe, bald wieder nach Ghana zu kommen. Aber das nächste Mal ohne Mission.

Warum ich denke, dass Afrika die Welt retten wird.

Hallo Welt!

letzten Samstag, also vor genau drei Wochen, bin ich in Ghana angekommen. Diesen Blog-Eintrag möchte ich gerne den wichtigsten meiner Eindrücke aus dieser kurzen Zeit widmen. Ich fühle mich zwar immernoch, also wöllte ich aus einer Hand voll Erde einen Wald begreifen, aber versuchen möchte ich es trotzdem.

Das erste was mir ins Auge gesprungen ist, als ich am 7. September nach Komenda gefahren bin, waren die bemerkenswerten Auswirkungen der Globalisierung, zumindest auf Süd-Ghana. Ich würde jedoch ausgehen, dass dies mehr oder weniger in den meisten Teilen Afrikas der Fall ist. Globalisierung in Ghana (wie für die meisten Teile Afrikas) begann mit Portugiesen, Niederländern und Briten, wobei die Briten am Ende die Oberhand gewannen. Und sie zieht sich bis heute hin, in eine Art modernen Kolonialismus durch multinationale Konzerne. Was einmal die Briten waren sind nun Coca-Cola, Microsoft, Samsung, Sony, Nestle, etc … und China. (China scheint ein multinationaler Konzern für sich zu sein. Gleiches trifft aber auch für die USA zu.)

Meiner Erfahrung nach sehen die Ghanaer selbst das Alles weitaus weniger kritisch. Heutzutage wertschätzen sie die Briten genauso sehr als Bringer des Fortschritts wie sie Coca-Cola für ihren Geschmack, Popmusik für ihren peppigen Sound, und die USA für ihre generelle Coolness lieben. Themen wie Rassismus, Monopolismus oder Imperialismus sind hier weitaus weniger präsent, da sich die Ghanaer in allen drei Fällen nicht auf der Geberseite befinden. Feel free ist das vorherrschende Lebensgefühl, sehr stark dem ähnelnd was ich in den USA erlebt habe. Mit dem Unterschied, dass wenn Ghanaer sich gegenüber verschiedenen Themen gleichgültig verhalten, dies weitaus sympathischer und ehrlicher erscheint, im Gegensatz zu ignorant. Denn Ghanaer sind größtenteils nicht auf der Geberseite der Probleme die sie ignorieren, im Gegensatz zu den USA oder Westeuropa.

Um die Parallelen zwischen Indiana und Südghana fortzusetzen: Südghana ist extrem christlich, (und sowohl in Indiana als auch Ghana isst man mit den Fingern). Demzufolge haben die USA eine ziemlich gute Beziehung mit Ghana (ein anderer Grund für die guten Beziehungen könnte Ghanas politische Nähe zu China sein, mehr dazu in einem anderen Post). Obama war hier 2009, und das USAID (siehe http://ghana.usaid.gov/) leistet große Beiträge zur ghanaischen Wirtschaft. Kofi Annan (ehemaliger UNO-Generalsekretär) und Mario Balotelli (Spieler in der italienischen Fußball-Nationalmannschaft) sind gute Beispiele für Ghanaer in unserer westlichen Blase.

Die Situation hier ist aus meiner Perspektive nihct so schlecht wie man vielleicht denken mag:

  • Es gibt ein durchdachtes sieben-schichtiges Gesundheitssystem und eine erschwingliche öffentliche Krankenkasse (NHIS – National Health Insurance Service)
  • Es gibt ein Schulsystem mit zwölf Klassen und Schulpflicht, die Alphabetisierung soll bei 81% liegen (die Zahl ist wahrscheinlich unzuverlässig). Die Regierung macht mit Nachdruck deutlich, dass Ghana auf eien digitale Zukunft hin ausgerichtet ist. ICT (Information and Communication Technology) ist Pflichtfach an allen High-Schools
  • Die Menschen hungern nicht, und Ghanas Wirtschaft ist in vergleichsweise guter Verfassung (Ghana’s BIP-Wachstum von 14% im Jahr 2012 war das weltweit zweitgrößte nach Qatar!)
  • Frischwasserversorgung funktioniert größtenteils über ein System aus zumeist unrecycelten Wasserbeuteln. (Preis etwa 5-10 Cent pro Liter)
  • ÖPNV funktioniert über ein System aus s.g. “Trotros” (Taxi-ähnliche Kleinbusse mit festen Routen) und geteilte Taxis
  • Die Infrastruktur ist in wachsend gutem Zustand. Die meisten wichtigen Zufahrtsstraßen sind asphaltiert. (Vor allem in Südghana)

Das größte und offensichtlichste Problem (aus meiner Sicht) resultiert aus einer fehlenden Müll-Recycling-Struktur. Der meiste Müll wird nicht weiterverarbeitet und brennt sich (wortwörtlich, denn er wird meistens wenn überhaupt verbrannt) ins Landschaftsbild ein.

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“Little money”

Letztendlich möchte ich gerne die relative Bedeutungslosigkeit des BIP deutlich machen, zumindest in Südghana. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von etwa 6000 USD, wird Ghana als Entwicklungsland und damit als arm eingestuft. Das ist eine sehr begrenzte Ansichtsweise, wie ich hier gelernt habe. Cashflow ist einfach (noch) nicht die Definition der ghanischen kultur (im Gegesatz zu der recht kommerzialisierten westlichen Kultur). Das BIP ist, zum Beispiel, nicht geeignet um die ökonomischen Auswirkungen privat genutzter Felder oder Nutztiere zu messen. Es ist auch unvorteilhaft, da es die lokale Währung unterschätzt. Man kann zum Beispiel ein Brot für zwei Cedi (etwa 60 Cent) kaufen. Für den doppelten Preis bekommt man einen guten Haarschnitt. Für einen Cedi (30 Cent) kann man ein Taxi durch die Innenstadt von Cape-Coast nehmen. Es sind nur importierte Güter die teuer sind.

Die landwirtschaftliche, unkommerzielle Ausrichtung der ghanaischen Gesellschaft hat viele unschätzbare Vorteile. Zum Beispiel, relative Unabhängigkeit von westlichen Finanzkrisen. Oder relative Freiheit vom Karrieredenken und dem ökonomischen Erfolgsdruck. Und relative Freiheit von dem Krebsgeschwür des westlichen Finanzkapitalismus (Abhängigkeit vom Finanzdienstleistungssektor zur Fremdfinanzierung). Wenn man sich hier umsieht, dann ist die Landschaft von unfertigen Gebäuden gespickt, was den Eindruck erweckt das alles währen die uns so gut bekannten Investmentruinen. Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall: Die Menschen hier nehmen sich selten Kredite um irgendetwas zu bauen. Statt dessen bauen sie Schritt für Schritt, einen Zahltag nach dem Anderen.

Wenn du händeringend nach einer Lösung zu dem Problem der Unmöglichkeit des unendlichen Wirtschaftswachstums suchst, auf das unsere Wirtschaft aufgebaut ist: Nimm Afrika als ermutigende Inspiration! Wenn du dich davor fürchtest das die westliche Gesellschaft wegen ihrer generellen Unnachhaltigkeit zusammenbrechen könnte, versuche eine Kultur wertzuschätzen die mit einem Bruchteil der Resourcen auskommt die wir tagtäglich verbrauchen.

Cheers!

 

Akwaaba! Willkommen in Komenda.

Hallo Alle Zusammen!

Meinen ersten echten Blogeintrag mchte ich über die schöne kleine Stadt Komenda schrieben, in der ich lebe. Komenda hat im Kern etwa 5000 Einwohner, und 30.000 Einwohner in seinem Einzugsgebiet. Die Stadt liegt im K.E.E.A. Distrikt (Komenda-Edina-Eguafo-Abirem), und ist in diesem Distrikt die größte Stadt. Direkt am Antlantischen Ozean liegend, spielt Fischerei für die lokale Wirtschaft eine sehr große Rolle.

Komenda ist reich an Geschichte! Der Legende nach kam eine Mann namens “Komen” zur ehemalig niederländischen (östlichen) Seite von Komenda (heute “Dutch Komenda” genannt). Dort bat er um Unterkunft. Die Niederländer jedoch verweigerten Ihm seine Bitte, und schickten ihn weiter nach Westen. Sie warnten ihn jedoch, dass auf der anderen (westlichen) Seite des Flusses (der heute die östliche Grenze von Komenda ist) ein gefähliches Monster lebe. Sie versprachen Komen, dass wenn er es schaffen würde, dass Moster zu töten, er alles Land westlich haben könnte. Komen tötete das Moster (der lokale Name für die Bewohner von Komenda ist Akatakyiman – “Mutige Krieger”). Damit gab er Komenda seinen Namen. Der neue westliche Teil von Komenda wurde dann übrigens von den Briten eingenommen, und heisst dementsprechend heute “British Komenda”.

Das ist, was die Legende sagt. Wer weiss, was wirklich passiert ist. Aber eins ist offensichtlich: Komenda war in die kolonialen Kämpfe zwischen Franzosen, Niederländern, Portugiesen und am Ende den Briten um Ghana sehr eingespannt. Davon gibt es einige Überreste, allen voran das Komenda Castle. Wenn man seine Geschichte bedenkt, beschädigt durch Krieg, Alter und (verständlichereise) lieblose Pflege, ist das Gebäude trotzdem noch in erstaunlich gutem Zustand (Sogar die Kanonen sind noch darauf).

Komenda hat alles was man sich wünscht. Eine zentrale Wasserversorgung, Strom (Geschätzt etwa 80% des Tages), und Telefonempfang von drei verschiedenen Anbietern (MTN, Glo, Vodafone). Vodafone (und mittlerweile sogar MTN) verfügen über 3G/HSDPA+, wodurch ich hier einen bessseren Internetempfang habe als in vielen Teilen Deutschlands, was ziemlich cool ist.

Was Komenda den größten Teil seines momentanen Status verliehen hat, ist eine Zuckerfabrik, die bis vor etwa 30 Jahren in Betrieb war. Niemand weiss wirklich warum sie geschlossen hat Korruption hat ihr leider den Gar ausgemacht. Viel Aufregung herrscht hier um die Tatsache, dass ein indischer Investor nun wohl den Wiederaufbau plant.

Genießt die Bilder!